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Fazit

Dies war unsere erste Gruppenreise. Früher reisten wir immer als Einzeltouristen. Was bringt nun die Gruppenreise?

Ich hätte mich nie ohne Russischkenntnisse nach Russland getraut. Nach China hätte ich mich als Individualtourist schon gar nie gewagt. Eine grosse Vorbereitung wäre somit nötig gewesen.

Allein hätte ich nie so viele Städte in so kurzer Zeit besuchen können. Die in der Regel (die einzige Ausnahme bildete Datong) sehr sprachkundigen und kompetenten Führerinnen und Führer gaben in kurzer Zeit einen Ueberblick über die Stadt, wie er als Individualreisender nicht zu erhalten wäre.

Der Zug bietet ein ausserordentliches Komfortniveau, ausgezeichnete Verpflegung und nicht zu vergessen, einen Duschwagen. Leider neigten die Fenster etwas zum Anlaufen mit Kondenswasser. Positiv, dass der Zug grösstenteils ein Nichtraucherzug war. Nur auf einigen Plattformen und im Barwagen wurde geraucht. Damit war der Barwagen für mich allerdings nicht mehr zumutbar und ich mied ihn.

Es gibt auch noch andere Bequemlichkeiten. So musste man sich am Flughafen in Moskau nur vergewissern, dass das Gepäck tatsächlich angekommen war. man fand dann das Gepäck im Zug im eigenen Abteil wieder.

Vor Programmänderungen ist man nicht ganz gefeit. So entfiel die Hotelübernachtung in Moskau und wir fuhren schon mitten in der Nacht ab. Dafür durften wir den Unterbruch in Jekaterinburg länger geniessen. Der Stop in Abakan dauerte anstatt der ursprünglich vorgesehenen drei Stunden nur noch einige Minuten.

Pannen kann es immer wieder geben. Die Lautsprecheranlage funktionierte in einigen Wagen am ersten Tag nicht und wir konnten daher die Erklärungen zur Strecke nicht  mithören.

Die ganze Reise wurde von vielen Bediensteten begleitet. Neben der Reiseleiterin von Pullmann waren auch zwei Reiseleiterinnen vom Reisebüro Direkt Reisen an Bord. Dazu reisten eine französischsprachige und eine deutschsprachige Dolmetscherinnen, eine Aerztin usw. mit. Die zwei Schaffner resp. Schaffnerinnen pro Wagen sind russischer Standard.

Dies alles hat seinen Preis. Ich fragte mich ab und zu doch, ob es nicht mit etwas weniger gegangen wäre. Immerhin kümmerte sich Reiseleiterin in Peking sehr um eine an einem Schwächeanfall leidende Teilnehmerin. Trotzdem, ich denke, es ist insgesamt eine begehrenswerte Aufgabe einen solchen Zug zu begleiten. Sprachkenntnisse der Landessprache sind dazu offenbar nicht nötig, was mich eher überraschte.

Die Reise bot uns unvergessliche Eindrücke und weckt die Lust zurückzukommen, vielleicht an den Baikalsee oder in die atemberaubend schöne Landschaft in der Mongolei, denn die Eindrücke sind in dieser kurzen Zeit sind doch sehr flüchtig. Wohl so etwa dürften die amerikanischen Touristen Europa kennen lernen.

Zurück in der Schweiz noch dieses Bild:

Beim Anblick dieser Walliser Berge erinnerte ich mich daran, dass ich eine Landschaft beinahe vor der Haustüre habe, in der Ferien zu machen andere träumen.

Zum Schluss noch dies:

 

"Plattenbauten" im Tscharnergut wurden in Bern in den Sechzigerjahren wohl aus der gleichen Motivation gebaut wie die Plattenbauten in Russland, der Mongolei oder China: Um die Wohnungsnot zu lindern. Sie galt damals als beispielhafte grosse Wohnsiedlung in der Schweiz. Die Bauten wurden vor einigen Jahren renoviert und dabei besser isoliert. Die Umgebung ist gepflegt und unterscheidet sich darin doch etwas von den Plattenbauten in den ehemals kommunistischen Ländern. Ob es wohl dort bald ebenso aussehen wird, wie heute im Tscharnergut?

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